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Zart

 

Zart von Can Fischer

 

1918, als der Film noch in den Kinderschuhen steckt, erscheint mit Pola Negri ein Star auf der Bildfläche, der dem Zeitgeist Ausdruck verleiht – emanzipiert verkörpert sie Leidenschaft und Erotik. Auf der Höhe ihres Ruhms stirbt ihre große Liebe Rudolph Valentino, sie scheut sich nicht, ihre Trauer im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit zu zeigen und erntet vernichtende Kritik. Der Tonfilm und ein verändertes Frauenbild setzen ihrer Karriere ein jähes Ende, ihr Name wird rasch vergessen. 1935 dreht sie erneut - in Nazideutschland. In Mazurka inszeniert Willi Forst die Authentizität ihres Pathos' als ein Statement, das die Ideale der Propaganda unterläuft. Als vermeintliche Hitler-Geliebte gebrandmarkt, zieht sie sich endgültig in die Privatheit zurück.

Eine Schauspielerin und zwei Schauspieler, begleitet von einem Pianisten, zeichnen Pola Negri in szenischen Stationen als einen modernen Charakter, dem es gefällt, im Film mit einer breiten Palette von Rollenbildern zu spielen und Identifikationsmöglichkeiten zu eröffnen. Er gerät in Konflikt mit einer medialisierten Welt, die nach Klischees und Stereotypen verlangt. Musik, Tanz und Gesang verflechten sich mit dem Text. Zwischen Licht und Dunkel, Öffentlichkeit und Intimität steht eine Protagonistin, die ihre innere Zerissenheit, ihr Frausein und ihre Sehnsucht nach künstlerischer Entfaltung zeigt.

 

Strich

 

Inszenierung Holger Müller-Brandes Musikal. Leitung Jürgen Kurz Ausstattung Lars Reimers Produktionsleitung Can Fischer

Mit Felix Isenbügel / Daniel-Cornelius Mühlmann / Lissy Pernthaler

 

Strich

 

18.09.2011 >> 20:00 Uhr >> Brotfabrik, Berlin
17.09.2011 >> 20:00 Uhr >> Brotfabrik, Berlin
15.09.2011 >> 20:00 Uhr >> Brotfabrik, Berlin
14.09.2011 >> 20:00 Uhr >> Brotfabrik, Berlin
11.09.2011 >> 20:00 Uhr >> Brotfabrik, Berlin
10.09.2011 >> 20:00 Uhr >> Brotfabrik, Berlin
09.09.2011 >> 20:00 Uhr >> Brotfabrik, Berlin
07.09.2011 >> 20:00 Uhr >> Brotfabrik, Berlin

 

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Gefördert durch das Kulturamt Pankow

 

Strich

 

"Mit zwei Pfeilern sind Regisseure und Schauspieler im Theaterraum der Brotfabrik immer konfrontiert. Einige beachten sie nicht, andere nutzen sie für ihre Inszenierung. Holger Müller-Brandes bindet sie für sein Stück »Im Licht – Pola Negri« in der Ausstattung von Lars Reimers kurzerhand als Halterung eines großen weißen Rahmens ein. Eine gute Idee. Das Bild, das darin in 90 Minuten entsteht, ist ein vielsagendes Porträt der Künstlerin Pola Negri (...) Simone Kucher geht es in ihrem Text nicht um Vollständigkeit der Biografie. Klug setzt sie Akzente, die die Künstlerin charakterisieren (...) Holger Müller-Brandes folgt den Intentionen der Autorin. Er lässt Lissy Pernthaler die Rolle der Negri gefühlvoll spielen und singen und verzichtet dabei wohltuend auf oberflächliche Ähnlichkeit, ja überhaupt auf nebensächliche Äußerlichkeiten. Schließlich geht es nicht darum, etwas zu kopieren. Die Pernthaler macht das sehr gut und bedient sich der Affektiertheit nur, wenn es die Rolle verlangt. Manchmal schlüpfen Felix Isenbügel (auch Chaplin und Valentino) und Daniel-Cornelius Mühlmann (auch Lubitsch und Forst) verbal in ihre Rolle. Alle drei spielen gut auf engem Raum unter musikalischer Leitung von Jürgen Kurz. So zeigt sich das Bild der Frau Pola Negri vor dem Hintergrund ihres Künstlerinnenlebens. Es beginnt im Dunkel und endet auch dort. Diese Zeiten und die des großen Erfolgs im Licht und den dazu gehörigen Schatten werden ebenso behutsam berührt wie hart nachgegriffen und musikalisch wirkungsvoll umgesetzt (...)" 15.09.2011 | Lucía Tirado | Neues Deutschland, Berlin

 

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